Bei jeder ServiceNow-Implementierung stellt sich früher oder später die gleiche Frage: Sollten wir Flow Designer für die Erstellung unserer Automatisierung verwenden oder uns für traditionelles Scripting entscheiden? Beide Optionen sind berechtigt, doch die Unterschiede in Bezug auf Performance und Wartbarkeit werden häufig unterschätzt. Meistens werden sie erst dann bemerkt, wenn die ersten Beschwerden eingehen oder sich das Backlog mit „mysteriösen Verzögerungen“ füllt.
Flow Designer vs. traditionelles Scripting in ServiceNow: So wählen Sie die richtige Automatisierungsmethode
Flow Designer: Einfacher Einstieg, aber eingeschränkte Performance
Der Flow Designer wurde entwickelt, um Prozesse zu standardisieren und nichttechnischen Teams mehr Eigenständigkeit zu ermöglichen. Er ist visuell gestaltet, leicht verständlich und reduziert die Abhängigkeit von Entwicklerteams. Das kommt bei Führungskräften in der Regel gut an.
Doch hinter jedem visuellen Schritt verbirgt sich eine zusätzliche Schicht an Komplexität in Form von internen Skripten, API-Aufrufen, Protokollierungen und Laufzeitaktionen. Diese zusätzlichen Ebenen verursachen einen Mehraufwand. Bei einer geringen Anzahl von Datensätzen fällt dies nicht auf. Bei Hunderten pro Stunde zeigen sich jedoch erste Risse. Ab Tausenden kann die Leistung merklich nachlassen.
Häufige Probleme bei Flow-Designer-basierten Lösungen:
Aufgaben und Datensätze, deren Erstellung „einfach etwas länger dauert“
Integrationen, die bei höherem Volumen langsamer werden
Batch-Jobs, die unzuverlässig werden oder in Warteschlangen hängen bleiben
Batch-Jobs, die unzuverlässig werden oder in Warteschlangen hängen bleiben
Der Flow Designer erleichtert zwar den Einstieg, aber unter Last werden die Kosten sichtbar.
Scripting: Mehr Kontrolle, erfordert jedoch Fachwissen
Mit dem traditionellen Scripting in Business Rules und Script Includes haben Sie direkte Kontrolle. Sie definieren die Datenabfragen, verwalten die Logs und steuern die Transaktionsgrenzen selbst. So lässt sich gezielt auf Performance, Skalierbarkeit und Transparenz optimieren.
Diese Herangehensweise erfordert jedoch echtes Fachwissen und kostet Zeit. Doch gut geschriebene Skripte sind äußerst effizient. Für große Datenmengen oder Echtzeit-Prozesse ist Scripting oft die bessere Wahl: Keine unnötigen Ebenen. Keine Umwege. Nur Leistung.
Typische Probleme mit Scripting entstehen meist durch schlechte Umsetzung:
Code, der schwer zu pflegen oder zu verstehen ist
Over-Engineering: Wenn eine einzige Zeile in einer Business Rule das Problem löst, benötigen Sie kein Script Include.
Wissenssilos: Nur ein Entwickler versteht die Logik, und dann geht er in den Urlaub.
Es ist also nicht das Scripting selbst, das riskant ist. Ausschlaggebend ist vielmehr, wie es angewendet wird.
Schlussfolgerung für die Praxis
Es geht nicht darum, sich grundsätzlich für Flow Designer oder Scripting zu entscheiden. Entscheidend ist, welches Werkzeug sich für die jeweilige Aufgabe am besten eignet. Denn Automatisierung ist kein Selbstzweck. Maßgeblich sind Performance, Skalierbarkeit und langfristige Wartbarkeit.
Wann Sie welche Methode wählen sollten
Setzen Sie auf Flow Designer, wenn:
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der Workflow klar und leicht verständlich ist,
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das Datenvolumen gering bis moderat ist,
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Wartbarkeit und Übergabe eine wichtige Rolle spielen und
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Fachbereiche selbst beitragen sollen, ohne auf Entwickler angewiesen zu sein.
Setzen Sie auf Scripting, wenn:
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Performance und Skalierbarkeit entscheidend sind,
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komplexe Logik, Schleifen oder Datenmanipulation erforderlich sind,
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große Datenmengen oder Echtzeitverarbeitung eine Rolle spielen und
-
Sie präzise Kontrolle über Abfragen, Transaktionen und Fehlerbehandlung benötigen.
Wer klug entscheidet, vermeidet es, einen komplizierten Flow zu erstellen, der eigentlich ein Skript hätte sein sollen, und vermeidet es, ein Skript zu verwenden, wo ein einfacher Flow ausgereicht hätte.
So unterstützt Sie flowworkx
Bei Flowworkx helfen wir Unternehmen, das richtige Gleichgewicht zwischen Low-Code-Komfort und technischer Handwerkskunst zu finden. Wir analysieren Prozesse, bewerten Performance-Auswirkungen und entwickeln skalierbare, verständliche und langlebige Lösungen.
Unser Ansatz verhindert sowohl Flow-Wildwuchs als auch überkonstruierte Skripte. Wir liefern Automatisierungslösungen, die heute funktionieren und auch morgen noch sinnvoll sind.